Wenn Tierkommunikation am Lebensende Klarheit, Frieden und Nähe schafft
Was fühlen Tiere, wenn sie alt werden? Wie erleben sie den Abschied? Und wie können wir sie auf diesem Weg begleiten – mit Würde, Liebe und einem offenen Herzen? In diesem bewegenden Beispiel für Tierkommunikation in der Sterbebegleitung teilt Pepe, ein alter Hund, seine Sicht auf das Leben, das Loslassen und die Kraft wahrer Verbindung.
Pepe spricht: Ein letzter Weg in Würde, Liebe und Klarheit
Pepe. Ein alter Hund mit einem großen Herzen, einem weisen Blick – und einer Stimme, die viel zu sagen hat. In diesem einfühlsamen Gespräch öffnet er sein Herz und lässt uns teilhaben an dem, was wirklich zählt, wenn der letzte Lebensabschnitt beginnt.
Wir beginnen mit einer einfachen, respektvollen Frage: „Darf ich dich sprechen?“ Und Pepe antwortet: „Ja, warum nicht?“ – leicht, fast spielerisch. Doch gleich darauf wird spürbar, was ihn bewegt: „Ich bin beides zugleich: leicht und schwer. Mein Körper ist alt, ist schwer. Aber meine Seele ist heil.“
Ich genieße jeden Moment
Pepe beschreibt das Jetzt als Geschenk: „Ich genieße es einfach noch, da zu sein. Jeden Moment, wo wir zusammen sein können. Jede Berührung, jeder Augenblick, jedes uns in die Augen blicken und uns in der Tiefe spüren und verstehen.“
Und dann fügt er hinzu: „So war es immer. So durfte es sein, mein ganzes Leben mit dir. Dafür bin ich unendlich dankbar.“
Seine Dankbarkeit ist kein leiser Unterton – sie ist tief empfunden und klar: „Ich hoffe, dass ich das zeigen kann. Ich hoffe, dass du das aus meinen Blicken herausliest.“
Er weiß, dass er im Abschiedsprozess ist: „Ich zeige dir immer wieder, dass es mit mir zu Ende geht. Das ist richtig. Aber langsam. Nicht morgen.“
Meine Seele ist heil
Obwohl sein Körper schwer geworden ist, seine Hinterhand schmerzt und er sich oft mühsam erhebt, sagt Pepe: „Ich habe sehr viel Glück, sehr viel Freude, sehr viel Zuwendung, sehr viel Verbundenheit erlebt.“ Und weiter: „Ich habe sehr viel heilen dürfen – in meiner Seele. Nicht nur für mich. Ich bin mir dessen bewusst.“
Er blickt zurück auf dunkle Stunden – und erkennt in ihnen das Geschenk: „Ich sehe heute, was sie mir gegeben haben: Dass ich sehen kann, wer ich in Wirklichkeit bin und wofür ich da bin.“ Er erinnert sich an jenen Moment, als er sich selbst von außen sah, „wie ein Häufchen Elend“, und zugleich erkannte: „Dieses Wesen ist nicht nur ein Körper. In ihm schlägt ein Herz, das tief berühren kann.“
Und dann kam sie – seine Menschin. „Da wusste ich, dass das gehen kann. Dass ich es schaffen kann.“
Ab dann konnte ich anfangen zu leuchten
Pepe beschreibt den Wendepunkt: „Es kam ein Tag, da war es gemacht. Da war es ganz. Es war, als würde ich tief einatmen und mich umschauen. Und dann war es gut.“
„Ab dann konnte ich anfangen, zu strahlen und zu leuchten in die ganze Welt. Dafür bin ich gekommen.“
Heute sagt er: „Mit meinem Herzen kann ich das immer noch. Das verliere ich nie.“
Er braucht nichts mehr. „Ich habe eigentlich nichts, was es noch bräuchte. Nichts, was es zu tun gilt. Einfach noch da sein dürfen.“
Du wirst es wissen
Wenn seine letzte Stunde kommt, wird es kein Rätsel sein: „Du wirst die Erste sein, die weiß. Durch meinen Blick. In unseren Augen war immer alles gesagt. Das war von Anfang an so. Und es wird auch bei meinem Ableben so sein.“
Körperlich zeigt er Schwere, vor allem in der Hüfte, manchmal ein Brennen im Hals. Er trinkt viel Wasser: „Es ist, als ob ich etwas Brennendes stillen müsste.“ Vielleicht sind es die Schleimhäute, aber damit komme ich zurecht.
Ich habe alles
Pepe wünscht sich nichts weiter. „Wärme ist unglaublich wichtig. Und einfach zusammen sein.“ Alles andere ist bereits da: „Ich habe alles.“
Er kennt keine Schuld. Als seine Menschin sich fragt, ob sie hätte etwas anders machen sollen, ist seine Antwort still, aber eindeutig: „Schuld gibt es bei uns nicht.“
Er nimmt die Unterstützung an – chinesische Kräuter, Heilerde,… – und entscheidet selbst: „Zeig es mir mal. Wenn es hilft, ist es gut.“
Ich bin kein Weichei
Als die Tierärztin bei einer seiner Behandlungen sagt, er sei empfindlich, vielleicht „eine Memme“, lächelt er leise und sagt:
„Ich kann damit umgehen. Ich bin kein Weichei.“ Und alle, die ihn kennen, wissen: Das stimmt.
Er hat viel getragen in seinem Leben – und tut es immer noch, mit Würde.
Das Ziel des Ganzen
Seine Menschin sagt: „Er ist mir in vielem ein Vorbild. Und er ist es auch hier.“ – Und er lächelt.
„Das ist das Ziel des Ganzen: Dass ich so sein darf, wie ich im Kern bin.“
Ein klarer, sanfter Abschied, voller Liebe. Kein Drama, keine Angst. Nur Präsenz.
Ich bin glücklich
Zum Schluss, als wir ihn fragen, ob es noch etwas gibt, sagt er einfach:
„Ich bin glücklich. Ich schaue auf ein reiches, erfülltes, glückliches Leben. Was will ich noch mehr? Es ist alles gut.“
Danke, lieber Pepe. Für deine Weisheit. Deine Ruhe. Dein Strahlen.
Mögest du leuchten – immer.

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